Wenn der Koch die Köche schult…

Acht Jungköche haben Koch Hans Wöls in Etmißl über die Schulter geschaut. Beim Kinderkochkurs wurde geschnitten, gerührt und vermengt, was die Kochlöffel und Töpfe hergaben.

„Wir Österreicher sagen Paradeiser, manchmal auch Paradeisapfel, aber nicht Tomate. Bei mir in der Küche gibt es auch Erdäpfel und keine Kartoffel.“

Zu viele Köche verderben bekanntlich der Brei. Doch in der Küche von Hans Wöls in Etmissl in der Gemeinde Thörl stehen acht Jungköche in den Startlöchern und wollen sich alle Tipps und Tricks, die Wöls zeigt, unbedingt merken.

Um fit für die Küche zu sein, stärken sich die Kinder vorher mit einem selbst gemachten Obst- und Gemüsesaft. Dann geht es los.

Zischende Pfannen, dampfende Töpfe und allerlei Zutaten warten auf die Kinder. „Puh, in der Küche ist es ganz schön warm. Das hätte ich mir nicht gedacht“, sagt Jungkoch Sebastian. Mit den Rezepten in der Hand stellt Wöls den Kindern ihre heutige Menüfolge vor. Neben einer Eierschwammerlsuppe gilt es eine Paradeissauce für Spaghetti und Cevapcici zuzubereiten. Als Nachtisch soll es einen Marillenkuchen geben. „Beim Kochen überlegt man sich zuerst, was wie lange dauern wird. In unserem Fall fangen wir mit der Suppe an und machen dann den Kuchen. Die Nudeln kommen zum Schluss dran“,erklärt Wöls fachmännisch. Gesagt, Getan.

„Aber was gehört in eine Schwammerlsuppe?“, fragt Emily neugierig. „Das Schwammerl verlangt immer nach Zwiebel, Knoblauch, Erdäpfeln und Kräutern. Das sollte man sich merken“, sagt Wöls. Das Kleinschneide und Waschen der Zutaten bereitet den angehenden Köchen keine Schwierigkeiten. Gekonnt schwingen sie die scharfen Messer – Verletzungen gibt es übrigens keine. Während Sebastian und Fabian darauf aufpassen, dass die Schwammerl vor sich hinköcheln, macht sich der Rest der Gruppe an die Nachspeise.

„Beim Dessert wiegen wir alles sorgfältig ab. So passieren uns keine Fehler“, so Wöls, währen er Emily und Matthias das Trennen des Eigelbs zeigt. Vorsichtig machen sie ihm das Gezeigte nach und vermengen die Zutaten mithilfe einer Küchenmaschine. Nur das dunkle Dinkelmehl sorgt für irriterte Gesichter. Rasch ist der Teig im Backblech verteilt, mit halbierten Marillen belegt und im Backrohr. Der Duft von reifen Marillen und der Schwammerlsuppe steigt einem in die Nase. „Jetzt müssen wir noch die Hauptspeise machen. Schön viel Arbeit dieses Kochen“, sagt Matthias mit einem Agenzwinkern.

Der Artikel wurde verfasst von Martina Pachernegg, Kleine Zeitung

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